Fast vergessene Politiker. Heute: “Dr.” Guido Westerwelle, FDP

Am heutigen “Internationalen Tag der Muttersprache” wollen wir an einen jener fast vergessenen Politiker erinnern, dessen Karriere ein Musterbeispiel für grenzenlosen Größenwahn und den Hang zum Absurden ist.

Guido Ernst Wilhelm Westerwelle wurde am 12. April 1966 als Sohn des engstirnigen Altliberalen Heinrich Freiherr von Naumann in Bad Dings geboren. Schon in der Schule verschlang der Jungliberale begeistert die Abenteuer seines Lieblingssuperhelden “Genschman” und versuchte sogar, sich seine Ohren mittels einer Kombizange auf die entsprechende Länge zu ziehen. Leider missslang das ebenso wie sein Versuch, mit seinen Ohren zu fliegen und so stürzte der kleine Guido beim ersten Flugversuch vom Dach des Vaterhauses unglücklich auf sein zartes Gesicht. Von diesem schweren Unfall, der ihn bis heute zeichnet, nicht entmutigt, beschloss er stattdessen, den Umhang an den Nagel zu hängen und Politiker zu werden. Sehr zur Freude seines Vaters promovierte Klein Guido schon bald nach seiner Matura über ein altes liberales Kernthema, nämlich: “Rechthaben im Unrecht im modernen Westeuropäischen Staat”. Irgendwann in den 1980ern torkelte Guido nach einer Feier der Jungen Liberalen hemmungslos besoffen in die Bonner FDP-Zentrale und wurde aufgrund von Personalmangel prompt Vorsitzender des Ortsverbandes. Seine Männerfreundschaften zu Klaus Kinkel und Jürgen Möllemann brachten ihn auf dubiosen Umwegen in den Deutschen Bundestag, wo er sich zunächst mit Gelegenheitsjobs wie Kaffee holen für Helmut Kohl oder Pausenclown für Wolfgang Gerhardt über Wasser hielt. Im Jahr 2002 wurde er mit überwältigender Mehrheit zum FDP-Vorsitzenden und Oppositionspolitker auf Lebenszeit gewählt. Getrieben von hemmungslosem Größenwahn und niemals ausgesprochenen Vater-Sohn-Konflikten um die Rolle der deutschen Wirtschaft versuchte Westerwelle die FDP zur Massenpartei maoistischen Ausmaßes umzuformen. Fortan hießen die Kernthemen der FDP: Steuerreform, Steuerreform und Steuerreform. Sein Projekt 180% konnte Westerwelle leider erst im Jahr 2011 verwirklichen, als ihm das Ergebnis lediglich um ein paar Kommastellen nach links verschoben gelang. Mit dem Ende der rot-grünen Kriegskonstellation nach einem Krieg zuviel warf sich Westerwelle immer hemmungsloser an die Kohl-Erbin Angela Merkel heran, die ihm für den Fall einer schwarz-gelben Mehrheit unbegrenzte Urlaubsreisen versprach, in der Hoffnung, den intriganten Schleimer endlich loszuwerden. Als es dann 2009 endlich soweit war überraschte Merkel Westerwelle damit, er sei von nun an Außenminister und habe für seine Urlaube zu arbeiten und wenigstens den Anschein von Kompetenz zu wahren. Aus Rache senkten Westerwelle und seine gelben Spießgesellen die Hotelsteuern weltweit ab und machten dem Merkel das Leben schwer wo es nur ging. Westerwelle, der bis dahin nicht wusste, dass es andere Sprachen außer Deutsch gibt und der auch noch nie außerhalb Deutschlands gewesen war, sah sich auf seiner ersten Pressekonferenz mit einem beängstigenden babylonischen Sprachgewirr konfrontiert, dem er bis heute nicht Herr geworden ist. Seit er die Spitze seiner Karriereleiter erklommen hat, ist es merklich still um Guido Westerwelle geworden. Viel ist nicht geblieben von dem Mann, der  einst Reden für das deutsche Bruttosozialprodukt schwang wie Samson den Kieferknochen gegen die Philister. Was bleibt? WIR haben ihn nicht vergessen, seine trotzige, bodenständige, inkompetente und liebenswürdige Arroganz. In Gedenken an seine erste internationale Konferenz sei ihm heute an dieser Stelle gedankt. Mensch, Guido, altes Haus!

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